Lernplan in Excel: Lernstunden nach ECTS und Schwierigkeit verteilen, Wiederholungen planen und den Notenschnitt berechnen
Lernplan für die Klausurenphase in Excel: Wochenstunden nach ECTS und Schwierigkeit verteilen, Countdown bis zur Klausur, Wiederholungstermine, Lernprotokoll mit Soll-Ist-Vergleich und ein gewichteter Notenschnitt-Rechner – mit Beispiel für vier Module.
Ein Lernplan in Excel verteilt Ihre verfügbaren Lernstunden pro Woche auf die Module – gewichtet nach Leistungspunkten (ECTS) und Ihrer persönlichen Schwierigkeit –, zählt die Tage bis zu jeder Klausur herunter, plant Wiederholungen und vergleicht die tatsächlich gelernten Stunden mit dem Plan. Ein Zusatzblatt berechnet den gewichteten Notenschnitt und zeigt, welchen Schnitt Sie in den kommenden Prüfungen brauchen. So wissen Sie montags, was diese Woche dran ist, und sonntags, ob Sie im Plan liegen.
Der Beitrag gehört zur Rubrik Lernplaner & Studium. Für Nebenjob, Sport und Termine nutzen Sie zusätzlich den Wochenplaner in Excel.
Blatt 1: Module und Lernstunden
| Spalte | Inhalt | Formel |
|---|---|---|
| A – Modul | Name | — |
| B – ECTS | Leistungspunkte laut Modulhandbuch | — |
| C – Schwierigkeit | 1 (liegt mir) bis 3 (schwer) | — |
| D – Gewicht | Kombinierte Priorität | =B2*C2 |
| E – Stunden pro Woche | Anteil an der Lernzeit | =$H$1*D2/SUMME($D$2:$D$5) |
| F – Klausurtermin | Datum | — |
| G – Tage bis Klausur | Countdown | =F2-HEUTE() |
In H1 steht die Zahl der Lernstunden, die Sie neben Vorlesungen, Job und Pausen realistisch schaffen. Zur Orientierung: Ein ECTS-Punkt entspricht nach europäischem Leitfaden etwa 25 bis 30 Stunden Gesamtaufwand – inklusive Präsenzzeit. Die Gewichtung nach ECTS bildet also ab, wie viel Arbeit ein Modul ohnehin vorsieht.
Beispiel: Klausurenphase Februar 2027, Plan vom 06.11.2026
Bachelorstudent mit 15 Lernstunden pro Woche außerhalb der Vorlesungen:
| Modul | ECTS | Schwierigkeit | Gewicht | Std./Woche | Klausur | Tage |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mathematik II | 8 | 3 | 24 | 6,55 | 08.02.2027 | 94 |
| Statistik | 6 | 3 | 18 | 4,91 | 15.02.2027 | 101 |
| BWL Grundlagen | 5 | 2 | 10 | 2,73 | 10.02.2027 | 96 |
| Englisch | 3 | 1 | 3 | 0,82 | 17.02.2027 | 103 |
| Summe | 15 | |||||
Die Gewichte summieren sich auf 55; ein Gewichtspunkt entspricht 15 ÷ 55 ≈ 0,27 Stunden. Mathematik II bekommt mit 24 Punkten rund 6½ Stunden pro Woche. Um Stunden als h:mm anzuzeigen, teilen Sie durch 24 und formatieren mit [h]:mm.
Blatt 2: Wochenraster
Tage als Spalten, 30-Minuten-Blöcke als Zeilen, in jede Zelle das Modul. Kontrolle, ob das Raster den Plan abbildet: =ZÄHLENWENN(Woche!$B$2:$H$30;A2)*0,5 muss ungefähr Spalte E entsprechen. Ein paar Regeln, die sich bewährt haben:
- Schwere Module in die Zeit mit der besten Konzentration legen.
- Lernblöcke von 25–50 Minuten mit kurzen Pausen (Pomodoro-Technik).
- Fächer abwechseln statt vier Stunden am Stück dasselbe Thema.
- Einen Pufferblock pro Woche für Ausfälle einplanen.
Blatt 3: Wiederholungen
Stoff, der in wachsenden Abständen wiederholt wird, bleibt deutlich besser hängen als einmaliges Pauken vor der Klausur. Mit dem Datum der ersten Bearbeitung eines Kapitels in Spalte B:
- Wiederholung 1:
=B2+1 - Wiederholung 2:
=B2+3 - Wiederholung 3:
=B2+7 - Wiederholung 4:
=B2+14
Eine bedingte Formatierung mit =C2=HEUTE() markiert morgens, was heute dran ist. Planen Sie die letzten zwei Wochen vor jeder Klausur nur für Wiederholung und Altklausuren ein.
Blatt 4: Lernprotokoll
Jede Lerneinheit mit Datum, Modul und Minuten. Ist-Stunden der Woche ab dem Datum in J1:
=SUMMEWENNS(Protokoll!C:C;Protokoll!B:B;A2;Protokoll!A:A;">="&$J$1;Protokoll!A:A;"<"&$J$1+7)/60
Erfüllungsgrad = Ist ÷ Soll, mit Ampel ab 90 % grün und unter 70 % rot. Ein Modul, das zwei Wochen in Folge rot ist, bekommt in der nächsten Woche einen zusätzlichen Block.
Blatt 5: Notenschnitt-Rechner
An vielen Hochschulen wird die Durchschnittsnote nach ECTS gewichtet. Bisheriger Schnitt:
=SUMMENPRODUKT(ECTS;Noten)/SUMME(ECTS)
Beispiel: 6 ECTS mit 2,3, 5 ECTS mit 1,7 und 8 ECTS mit 2,7 ergeben (13,8 + 8,5 + 21,6) ÷ 19 = 2,31.
Welchen Schnitt brauchen die kommenden 22 ECTS (die vier Module oben), um insgesamt auf 2,2 zu kommen?
=(Zielschnitt*(ECTS_bisher+ECTS_neu)-SUMMENPRODUKT(ECTS;Noten))/ECTS_neu = (2,2 × 41 − 43,9) ÷ 22 ≈ 2,1.
Der Rechner ersetzt nicht Ihre Prüfungsordnung: Ob und wie Module gewichtet, gestrichen oder gerundet werden, ist dort geregelt.
Typische Fehler
- Unrealistischer Plan: 35 Stunden pro Woche neben Job und Vorlesungen hält niemand durch.
- Gleichverteilung ohne Rücksicht auf ECTS und Schwierigkeit.
- Kein Protokoll: Ohne Ist-Werte merkt man zu spät, welches Fach hinterherhinkt.
- Nur lesen, nicht üben: Altklausuren und Übungsaufgaben gehören fest in den Plan.
- Schlaf opfern – er ist Teil des Lernens.
Häufige Fragen
Funktioniert der Lernplan für Schule oder Abitur?
Ja. Ersetzen Sie ECTS durch die Gewichtung der Fächer bzw. Prüfungen und die Klausurtermine durch Ihre Prüfungstermine.
Geht das in Google Sheets?
Ja. ZÄHLENWENN, SUMMEWENNS, SUMMENPRODUKT und bedingte Formatierung gibt es dort mit denselben Namen.
Wie halte ich die Lernroutine durch?
Tragen Sie „mindestens 2 Stunden lernen” als Gewohnheit in den Habit Tracker ein und organisieren Sie Einzelaufgaben wie Anmeldung zur Prüfung oder Skript drucken in der To-do-Liste.
Nächster Schritt: Tragen Sie Ihre Module mit ECTS, Schwierigkeit und Klausurtermin ein, setzen Sie Ihre realistische Wochenstundenzahl in H1 und verteilen Sie die Blöcke auf die kommende Woche.