Schulden & Sparen

Notgroschen-Rechner: Wie hoch sollte Ihre Rücklage sein? Mit Excel-Vorlage zum Nachbauen

Wie viel Notgroschen brauchen Sie? Der Rechner leitet die Höhe aus Ihren monatlichen Pflichtausgaben und Ihrer Lebenssituation ab, zeigt, wie lange das Ansparen dauert, und erklärt, wo die Rücklage sicher und verfügbar liegt.

Ein Notgroschen ist eine Geldreserve für unerwartete Ausgaben und Einkommensausfälle, die jederzeit verfügbar ist. Als Faustregel gelten drei bis sechs Monate der notwendigen Ausgaben; wer selbstständig ist, allein verdient oder Kinder hat, plant eher mehr. Ein Notgroschen-Rechner macht aus dieser groben Regel eine Zahl für Ihren Haushalt: Er addiert Ihre monatlichen Pflichtausgaben, wählt die passende Anzahl Monate, ergänzt einen Puffer für große Einzelrisiken und zeigt, wie lange das Ansparen bei Ihrer Sparrate dauert. Hier sehen Sie, wie der Rechner aufgebaut ist und wie Sie ihn in Excel oder Google Sheets nachbauen.

Schritt 1: monatliche Pflichtausgaben

Grundlage sind nicht Ihre gesamten Ausgaben, sondern die, die auch in einer Notlage weiterlaufen. Ihr Haushaltsbuch in Excel liefert die Werte:

Kategorie Beispiele
Wohnen Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Strom, Internet
Versicherungen Haftpflicht, Kfz-Versicherung, bei Selbstständigen Kranken- und Pflegeversicherung
Lebensmittel und Haushalt Einkauf, Drogerie
Mobilität Ticket, Kraftstoff, Leasingrate
Verpflichtungen Kreditraten, Unterhalt, Kinderbetreuung

Freizeit, Restaurantbesuche und Urlaub lassen Sie weg: In einer Notlage würden Sie dort zuerst sparen.

Schritt 2: die passende Anzahl Monate

Je unsicherer das Einkommen und je mehr Menschen davon abhängen, desto länger sollte die Reserve reichen. Ein einfacher Punkteansatz im Rechner:

Situation Zuschlag
Grundwert für Angestellte mit unbefristetem Vertrag 3 Monate
Selbstständig oder schwankendes Einkommen +3 Monate
Alleinverdiener im Haushalt +1 Monat
Kinder im Haushalt +1 Monat
Befristeter Vertrag oder Probezeit +1 Monat

In Excel mit Ja/Nein-Auswahllisten: =3+WENN(B10="Ja";3;0)+WENN(B11="Ja";1;0)+WENN(B12="Ja";1;0)+WENN(B13="Ja";1;0). Begrenzen Sie das Ergebnis bei Bedarf mit MIN auf zwölf Monate.

Schritt 3: Puffer für große Einzelrisiken

Manche Ausgaben kommen plötzlich und sind größer als ein Monatsbudget: eine Autoreparatur, eine kaputte Waschmaschine, eine Selbstbeteiligung bei der Versicherung, eine Nachzahlung der Nebenkosten. Schätzen Sie den größten wahrscheinlichen Einzelbetrag und addieren Sie ihn zum Ziel. Wer eine Wohnung besitzt, rechnet zusätzlich mit Reparaturen, die nicht aus der Rücklage der Eigentümergemeinschaft bezahlt werden.

Schritt 4: Zielbetrag und Ansparzeit

  • Zielbetrag: =Pflichtausgaben*Monate+Einzelrisiko
  • Noch fehlend: =MAX(0;Zielbetrag-Bestand)
  • Monate bis zum Ziel: =WENN(Sparrate>0;AUFRUNDEN(Fehlbetrag/Sparrate;0);"Sparrate eingeben")
  • Erreicht am: =EDATUM(HEUTE();MonateBisZiel)

Ein Fortschrittsbalken (bedingte Formatierung > Datenbalken auf =Bestand/Zielbetrag) zeigt den Stand auf einen Blick. Wenn Sie mehrere Sparziele verfolgen, passt der Notgroschen als erstes Ziel in die Vorlage für Sparziele in Excel.

Rechenbeispiel: Paar mit einem Kind

Pflichtausgaben 2.400 € im Monat, beide angestellt, ein Kind, kein Alleinverdiener: 3 + 1 = 4 Monate. Größtes Einzelrisiko: Autoreparatur 1.500 €. Vorhanden sind 3.000 €, monatlich können 400 € zurückgelegt werden.

Größe Berechnung Ergebnis
Zielbetrag 2.400 € × 4 + 1.500 € 11.100 €
Noch fehlend 11.100 € − 3.000 € 8.100 €
Ansparzeit 8.100 € ÷ 400 €, aufgerundet 21 Monate

Wäre eine Person selbstständig, stiege das Ziel auf 2.400 € × 7 + 1.500 € = 18.300 €. Der Rechner zeigt dann auch, ob eine höhere Sparrate oder ein vorübergehender Verzicht auf andere Sparziele sinnvoll ist.

Wo der Notgroschen liegen sollte

  • Verfügbar: innerhalb weniger Tage, ohne Kündigungsfrist und ohne Verlustrisiko. Ein Tagesgeldkonto erfüllt das; Aktien oder Fonds nicht, weil ihr Wert gerade in Krisen fallen kann.
  • Getrennt vom Girokonto, damit die Reserve nicht unbemerkt im Alltag verbraucht wird.
  • Abgesichert: Einlagen bei Banken in der EU sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person und Bank geschützt.

Notgroschen oder Schulden tilgen?

Teure Dispo- oder Kreditkartenschulden kosten mehr, als ein Tagesgeld bringt. Trotzdem ist ein kleiner Grundstock von etwa einem Monat Pflichtausgaben sinnvoll, bevor Sie alle freien Mittel in die Tilgung stecken; sonst führt die nächste Reparatur zurück in den Dispo. Danach können Sie Tilgung und Aufbau des Notgroschens parallel planen, etwa mit dem Schuldenabbau-Plan in Excel. Für die Aufteilung des Einkommens hilft die 50/30/20-Regel.

Wann der Notgroschen angepasst werden sollte

Prüfen Sie die Zielsumme einmal im Jahr und nach jeder größeren Veränderung: Umzug, neues Kind, Wechsel in die Selbstständigkeit, neues Auto oder Kredit. Wurde der Notgroschen genutzt, hat das Wiederauffüllen Vorrang vor neuen Sparzielen.

Weitere Anleitungen

Alle Vorlagen rund um Schulden und Sparen finden Sie unter Schulden & Sparen.

Häufige Fragen

Wie viel Notgroschen sollte man haben?

Als Richtwert drei bis sechs Monate der notwendigen Ausgaben. Selbstständige, Alleinverdiener und Familien liegen eher am oberen Ende oder darüber.

Rechnet man mit dem Nettogehalt oder den Ausgaben?

Mit den Ausgaben, die in einer Notlage weiterlaufen. Das ergibt meist einen niedrigeren und realistischeren Betrag als drei Nettogehälter.

Gehört der Notgroschen zum Sparen fürs Alter?

Nein. Der Notgroschen soll Lücken überbrücken und jederzeit verfügbar sein; langfristiges Sparen und Vorsorge sind davon getrennt zu planen.

Funktioniert der Rechner in Google Sheets?

Ja. WENN, MAX, AUFRUNDEN und EDATUM sind dort ebenfalls verfügbar, und der Rechner lässt sich mit dem Partner oder der Partnerin teilen.