Marketingpläne & Tracking

SWOT-Analyse-Vorlage in Excel: Faktoren bewerten und daraus Strategien ableiten

Eine SWOT-Analyse-Vorlage in Excel, die zu Entscheidungen führt: interne und externe Faktoren mit Belegen, Bewertung nach Wirkung und Sicherheit, automatische Rangfolge und SO-, ST-, WO-, WT-Strategien, mit dem Beispiel einer Bäckerei.

Die SWOT-Analyse fasst die Lage eines Unternehmens in vier Feldern zusammen: Stärken und Schwächen (intern, von Ihnen beeinflussbar) sowie Chancen und Risiken (extern, aus Markt und Umfeld). Mit einer Bewertung je Faktor in Excel wird daraus kein Stimmungsbild, sondern ein Entscheidungswerkzeug: Welche Faktoren wiegen am schwersten, und welche Strategie passt zu welcher Kombination? Diese Anleitung zeigt die Vorlage Schritt für Schritt mit einem Beispiel.

Die vier Felder

Hilfreich Hinderlich
Intern (beeinflussbar) Stärken: was Sie besser können als andere Schwächen: was Sie bremst
Extern (Markt, Umfeld) Chancen: Entwicklungen, die Sie nutzen können Risiken: Entwicklungen, die schaden können

Der häufigste Fehler ist das Vermischen der Ebenen: „steigende Energiepreise“ ist ein externes Risiko, „alter, energiehungriger Backofen“ eine interne Schwäche.

Schritt 1: Faktoren mit Belegen sammeln

Eine Tabelle mit Typ (S, W, O, T), Faktor, Beleg, Wirkung (1–5) und Sicherheit (1–5). Der Beleg trennt eine brauchbare SWOT von einer dekorativen: Kundenbewertungen, Umsatzzahlen, Branchendaten, die Ergebnisse der Wettbewerbsanalyse. Drei bis fünf Faktoren je Feld genügen.

Schritt 2: bewerten und sortieren

  • Gewicht eines Faktors: =[@Wirkung]*[@Sicherheit] (1 bis 25).
  • Die drei wichtigsten Faktoren eines Feldes (Excel 365): =NEHMEN(SORTIERENNACH(FILTER(SWOT[Faktor];SWOT[Typ]="O");FILTER(SWOT[Gewicht];SWOT[Typ]="O");-1);3)
  • Interne Bilanz: =SUMMEWENN(SWOT[Typ];"S";SWOT[Gewicht])-SUMMEWENN(SWOT[Typ];"W";SWOT[Gewicht]); die externe Bilanz entsprechend mit O und T.

In Google Sheets verwenden Sie SORT auf das FILTER-Ergebnis und ARRAY_CONSTRAIN für die ersten drei Zeilen. Die Bilanzen sind kein wissenschaftliches Maß, zeigen aber auf einen Blick, ob das Unternehmen eher angreifen oder sich verteidigen sollte.

Beispiel: eine Bäckerei mit zwei Filialen

Typ Faktor Wirkung Sicherheit Gewicht
S Handwerkliche Qualität, treue Stammkundschaft 5 5 25
S Frühstückslieferung an Büros 3 4 12
W Nur ein Bäckermeister, kaum Nachwuchs 4 5 20
W Keine Online-Vorbestellung 3 4 12
O Wachsende Nachfrage nach regionalen Produkten 4 4 16
O Kleine Firmen ohne eigene Kantine 3 3 9
T Backstationen im Discounter nebenan 4 5 20
T Steigende Energie- und Rohstoffpreise 4 4 16

Interne Bilanz: 37 − 32 = +5. Externe Bilanz: 25 − 36 = −11. Die Bäckerei hat solide Stärken in einem schwierigen Umfeld: Sie sollte ihre Qualität und Regionalität ausspielen statt über den Preis zu konkurrieren und die Abhängigkeit vom einzigen Meister abbauen.

Schritt 3: Strategien ableiten

Kombination Frage Im Beispiel
SO Mit welchen Stärken nutzen wir Chancen? Regionales Frühstücksangebot für Firmen ohne Kantine
ST Welche Stärken schützen vor Risiken? Handwerk und Herkunft sichtbar machen, um sich vom Discounter abzuheben
WO Welche Schwäche beheben, um eine Chance zu nutzen? Online-Vorbestellung für Firmenkunden einführen
WT Wie begrenzen wir Schäden? Ausbildungsplatz besetzen, Energieverbrauch des Ofens prüfen

Jede Strategie braucht Verantwortliche, Termin und Kosten; sie fließen in den Marketingplan, das Marketingbudget und den Redaktionsplan. Bei einer Gründung gehört die SWOT in die Businessplan-Vorlage.

Praxistipps

  • SWOT mit mindestens zwei Personen erstellen: Inhaber und Verkaufspersonal sehen Unterschiedliches.
  • Ein konkreter, prüfbarer Satz je Faktor.
  • Alle sechs Monate oder nach größeren Veränderungen überarbeiten.
  • Nicht bei den vier Feldern stehen bleiben: Ohne terminierte Strategien ändert sich nichts.

Weitere Leitfäden finden Sie unter Marketingpläne & Tracking.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SWOT und TOWS?

Die SWOT listet die Faktoren auf; die TOWS-Matrix kombiniert sie paarweise, um Strategien abzuleiten.

Wie viele Faktoren pro Feld?

Drei bis fünf. Mehr lenkt von den wirklich wichtigen Punkten ab.

Wie oft sollte eine SWOT-Analyse aktualisiert werden?

Etwa alle sechs Monate oder wenn sich Markt oder Kosten deutlich ändern.

Geht das auch in Google Sheets?

Ja. SUMIF und FILTER funktionieren gleich; SORTIERENNACH und NEHMEN ersetzen Sie durch SORT und ARRAY_CONSTRAIN.